Jakutien im Ukraine-Krieg: Kanonenfutter und Koloniales Leid
- Patrick Graber

- 1 day ago
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Jakutien (offiziell Republik Sacha) im Nordosten Russlands erleidet durch den Ukraine-Krieg hohe Verluste an jungen Männern, die disproportional als "Kanonenfutter" mobilisiert werden, sowie wirtschaftliche Belastungen trotz Rohstoffreichtums. Lokale Bewohner empfinden dies oft als ungerechte Diskriminierung gegenüber Moskauer Propaganda, mit Gefühlen von Wut, Hilflosigkeit und wachsendem Nationalbewusstsein.
Menschliche Kosten
Die Region hat über 800 bestätigte Todesfälle an der Front gemeldet, was mehr als 0,2% der arbeitsfähigen Männer betrifft – real höher geschätzt. Ethnische Minderheiten wie Jakuten werden gezielt rekrutiert, während Moskauer verschont bleiben, was zu Empörung führt. Aktivisten berichten von brutaler Mobilmachung, inklusive Obdachloser, und Fluchten vor dem Wehrdienst.
Alltagsauswirkungen
Preisanstiege für Importe, Sanktionsfolgen und fehlende Investitionen verschärfen Armut trotz Diamanten- und Gasförderung. Viele Familien trauern um Söhne, was zu Isolation und Angst vor Repressionen führt; einige suchen Zuflucht in Nachbarländern. Propaganda dominiert Medien, doch reale Verluste erzeugen Groll gegen das Zentrum.
Lokale Wahrnehmung
Jenseits Moskauer Narrative sehen viele den Krieg als koloniale Ausbeutung: Jakuten als "zweite Klasse", mit Revitalisierung anti-russischer Identität. Anti-Kriegsproteste gab es in Jakutsk, z. B. RundenTänze gegen Mobilmachung oder Solo-Demos, oft mit Verhaftungen. Gruppen wie Free Yakutia oder Sakha Pacifist Association fordern Unabhängigkeit und kritisieren Russland als Imperialisten.

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